Birthday Reflections: aus Fehlern lernen und neue Ziele setzen

Okay, ich gebe es zu. Eigentlich hatte ich den Beitrag „Birthday Reflections & ein Stück Ricotta-Käsekuchen“ nennen wollen. Denn eigentlich sollte hier neben den Gedanken rund um das Älter werden auch ein köstliches Rezept zu finden sein. Eigentlich. Denn eigentlich kommt manchmal alles anders. Der Kuchen war schneller weg, als ich schauen konnte. Die Gedanken gibt es trotzdem. Und damit ihr den Kuchen trotzdem nachbacken könnt, auch den Link zum Rezept. 

 


Wenn einem alle Türen offen stehen, kann es schwer sein sich zu entscheiden.


 

Zum Jahreswechsel, dann wenn ein Jahr einem Neuen weicht, werden wir nachdenklich. Lassen Revue passieren was wir uns vorgenommen und doch nicht umgesetzt haben. Nehmen uns Neues vor und fühlen uns frei. Frei von den Lasten des alten Jahres und bereit für neue Abenteuer. Keine Sorge ich bin der Zeit nicht zwei Monate voraus und das ist auch kein Jahresrückblick. Allerdings habe ich mir nach meinem Geburtstag die Frage gestellt, warum wir so nur an Silvester denken. Ein viel besserer Zeitpunkt sich über das „wo stehe ich?“ und „welche Ziele möchte ich erreichen?“  Gedanken zu machen, ist doch der Wechsel von einem in ein anderes Lebensjahr. Unser Geburtstag also. Zwischen einem schönen Abendessen und einigen Geschenken (mir wurde doch tatsächlich ein Wunsch meiner Wishlist erfüllt! – aber dazu bald mehr) habe ich mir also genau diese beiden Fragen gestellt: was habe ich (im letzten Jahr) erreicht und was soll die Zukunft für mich bringen? Ziele, wo ich konkret mit 28 stehen möchte, hatte ich nicht. Meine Pläne waren meistens auf das Alter bis ca. 25 beschränkt. Dann, wenn das erwachsenen Leben mit Job, Ehe und Kindern beginnen würde. Und heute? Heute kann ich darüber nur schmunzeln. Mit meiner jugendlichen Naivität hatte ich geglaubt, dass das von alleine kommen würde. Nicht der Job, der Ehemann oder die Kinder. Eher das Gefühl der inneren Ruhe und Zufriedenheit. Im letzten Jahr bin ich diesem Gefühl ein ganzes Stück näher gekommen und fühle mich angekommen. Doch lange Zeit war das nicht so. Ich war unzufrieden. Unzufrieden, obwohl ich nach dem Studium schnell einen Job bei einem globalen Konzern gefunden hatte. Unzufrieden obwohl ich eine Familie, einen Freund, eine Wohnung und noch viel mehr hatte. Ich wusste nicht, ob ich das wollte. Und ich wusste nicht was ich wollte. Mit Anfang zwanzig steht einem das ganze Leben noch bevor und man hat sämtliche Möglichkeiten. Doch wenn einem alle Türen offen stehen, kann es schwer sein sich zu entscheiden. Und es gibt nur einen Menschen, der diese Entscheidungen treffen kann: wir selbst! Wir sind der Schlüssel zu einem glücklichen und zufriedenen Leben. Das zu verstehen, ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Denn erwachsen werden heißt nicht nur selbst zu entscheiden und Verantwortung zu übernehmen. 

 


Believe you can & you`re halfway there!


 

Wie also findet man zu sich selbst? Vor einigen Jahren hätte ich gerne einen Lösungsweg dafür gehabt. Heute weiss ich: wir selbst sind die Lösung dafür. Das klingt philosophisch oder gar esoterisch, ist aber einfach so. Der dauerhafte Blick auf das was andere tun und der Wunsch, dass wir etwas Ähnliches tun bringt uns nicht voran. Da hilft nur raus aus der Komfortzone und neue Wege gehen, auch wenn es sich zwischen Arbeit, Freunden und Hobbys so bequem lebt. Mein Wunsch endlich etwas zu verändern, ist damals mit einigen privaten Veränderungen zusammengetroffen. Die ich teilweise bewusst herbei geführt habe und die sich so entwickelt hatte. Aus der Unzufriedenheit heraus. Ich habe neu angefangen. Doch nicht jeder, der zu sich selbst finden will, muss in die Schweiz auswandern ;). Veränderungen funktionieren auch im Kleinen, doch für mich war es die beste Entscheidung. Einfach war es trotzdem nicht immer. Doch darum geht es auch nicht und das wird uns wohl nie deutlich gezeigt, als in den Zwanzigern. Wir fallen hin und stehen wieder auf. Wir lernen wer wir sind, wofür wir stehen und was wir erreichen wollen. Vor allem aber haben wir gelernt wo unsere Stärken und Schwächen liegen. Sind angekommen und haben doch noch das ganze Leben vor uns. „28 ist das beste Alter!“ Damit wurde mir an meinem Geburtstag tatsächlich mehr als einmal gratuliert. Wofür genau es das beste Alter ist, wurde mir aber nicht verraten. Während ich das im nächsten Lebensjahr selbst herausfinden werde, habe ich aber bereits eines herausgefunden: Ende zwanzig sein bedeutet: man ist weder jung noch alt. Denn mal ehrlich, die knackigen Jahre sind vorbei. Wir gehen nur noch selten in Discos und einen Kater kurieren wir 2-3 Tage aus. Stattdessen veranstalten wir lieber Päarchen-Spieleabende und kochen gemeinsam. Statt mit Schnäpsen stossen wir mit einem bis x Gläsern Wein an und Kleider und Röcke dürfen auch endlich mehr als nur gerade so den Po bedecken. Nur weil das Leben jetzt anders ist, heißt ja nicht, dass es langweilig ist…

„Du lernst aus der Vergangenheit und lebst in die Zukunft“, so oder so ähnlich lautet ein Spruch den ich bei der Recherche für diesen Blogpost (und glaubt mir wenn man das Leben mit Ende zwanzig googelt, stösst man auf die interessantesten Informationen…) gelesen habe. Es ist war gut zu wissen, warum ich mich angekommen fühle, doch was viel wichtiger ist: dieses Gefühl auch in der Zukunft zu behalten. Wie also definiere ich meine Pläne für das nächste Jahr? Wenn es darum geht mir Pläne zu setzen, belüge ich mich gern selbst. Ein Ziel, ein klein wenig zu hoch gegriffen und etwas übertrieben. Das nehme ich mir vor. Was ich mir selbst dabei zu verschweigen versuche: das Mindestmaß der Zielerreichung mit der ich mich zufriedengebe. Nach außen ist es genau umgekehrt. Meine Halbmarathon Ziele beispielsweise. Ende des nächsten Jahres hätte ich gerne eine Zeit etwas unter 2:00h. Mir selber und meinem Trainingsplan erzähle ich, dass ich es in 1:51 schaffen muss. Meinen Freunden erzähle ich dagegen wieder die 2:00h Zeit. Ziele zu hoch zu greifen, erhöht den Druck und sorgt am Ende für Frustration. Zu niedrige Ziele dagegen sind kein wirklicher Ansporn. Und sonst? Wenn es um weitere Ziele geht, würde ich eigentlich sagen: es kann alles bleiben wie es ist. Klingt langweilig und kein bisschen nach Komfortzone verlassen? Dafür, dass es trotzdem nicht langweilig wird, sorgt ein ganz bestimmtes „Abenteuer.“ Denn im nächsten Lebensjahr werde ich von der Freundin zur Ehefrau, von Frau B. zu Frau W., doch das ist ein anderes Thema…

Keine Sorge, mein Versprechen euch den köstlichen Käsekuchen mit gesalzenen Macadamianüssen zu zeigen, habe ich nicht vergessen. Hier gehts zum Rezept. Viel Spaß beim Backen.

 

 

 

 

 

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