Instagram – inspirierend oder oberflächlich?

Ob gesponserte Beiträge oder mit #Werbung gekennzeichnete Bilder, bei Instagram geht es schon lange nicht mehr nur um das Teilen von Bildern mit Freunden. Neben den vielen hauptberuflichen Bloggern werben auch immer kleinere Accounts für bestimmte Produkte. Es ist zum Business geworden, denn mit mehr als 700 Millionen Nutzern ist Instagram eine unschlagbare Marketingplattform. Kann eine App, die so sehr stark für Marketingzwecke genutzt wird eigentlich noch inspirierend sein?   

 

Alles Werbung oder nicht?

Werbung im Fernsehen, einer Zeitschrift oder auf Plakatwänden wird ganz eindeutig als diese wahrgenommen, anders als bei Instagram. Hier hat man das Gefühl die Person dahinter privat zu kennen, weil wir sie regelmäßig durch den Alltag begleiten dürfen. Es entsteht der Eindruck, dass uns eine Freundin etwas empfiehlt und nicht das anonyme Werbegesicht einer Marke zu uns spricht. Unser Kaufverhalten wird auf diese Art ganz neu beeinflusst. Weil das aber irreführend sein kann, müssen entsprechende Beiträge gekennzeichnet werden, wie auch durch das Rossmann Urteil wieder deutlich wurde. Die Unsicherheit ob nur bezahlte Kooperationen oder aber jegliche Markennennung als Werbung gelten, hat dazu geführt, dass viele Accounts lieber einmal zu oft den Hashtag Werbung verwenden anstatt eine Strafe zu riskieren. Da kommt schnell das Gefühl einer Dauerwerbesendung auf. Um das zu ändern, testet Instagram derzeit die Markierung „Bezahlte Partnerschaft mit…“. Die rechtliche Seite wäre damit zumindest geklärt und trotzdem: wie authentisch ist Instagram?
 

Die schwarzen Schafe unter den Bloggern

Ja, ja immer ist Instagram an allem schuld. Der Eindruck entsteht bei einigen Bloggern, wenn man die vielen Jammertiraden hört. Natürlich gibt es hier und da Probleme und wir würden gern ein paar Dinge verändern, technisch ist das aber einfach nicht möglich. Auf anderer Ebene schon, denn teilweise sind wir Nutzer selbst schuld. Vor einigen Tagen erst habe ich aufgeräumt und bin den Accounts entfolgt, die nur Werbung machen. Nicht, weil mich die Markierung „Werbung“ genervt hätte (im Gegenteil, es wäre sogar schön gewesen sie auf manchen Accounts einmal zu lesen), sondern weil einfach für alles geworben wurde. Eine schlecht sitzende Hose wird als absolut toll beschrieben und auf einem Account, der sonst durch eher cleanen chic auffällt, wird ein Glitzerkettchen für schön befunden und das jeden Tag! Kein Wunder, dass einige Instagram müde belächeln, weil es ja nur darum gehen würde zu wachsen und Dinge umsonst zu bekommen. Damit Instagram weiterhin authentisch, mitten aus dem Leben und inspirierend bleibt, sollten einige User wohl auch ihr Verhalten und die Verantwortung der anderen Nutzer gegenüber überdenken. 

 

Instagram: eine perfekte Welt

Für Instagram lassen sich viele kritische Worte finden und doch ist es morgens meist die erste App auf die ich, wie viele andere User auch als erstes klicken. Ein wenig absichtlich lassen wir uns von den perfekten Locken einer Bloggerin, dem süßen Labradoodle und den immer aktuellen Styles einer New Yorkerin blenden. Vielleicht ist es oberflächlich sich an perfekt in Szene gesetzten Momenten zu erfreuen. Vielleicht ist es aber auch nur schön mit einer Fingerbewegung vom leckeren Frühstück in München zum Sonnenuntergang auf Bali zu kommen. Es gibt viele schöne Dinge auf diese Welt, viele Dinge, die wir ohne das Teilen auf sozialen Netzwerken nie gesehen hätten. Ich beispielsweise würde ohne das wohl nicht jeden Tag eine Kette mit dem Anfangsbuchstaben meiner Schwester tragen. Auf Instagram habe ich diese Kette gesehen. Genau so wie ich das Rezept für den leckeren Kuchen von gestern und eine Anleitung wie auch ich meine Haare endlich lockig bekomme, gefunden habe. Ich kann also sagen: vielleicht ist Instagram oberflächlich, aber auf jeden Fall auch inspirierend! Letzten Endes sind wir es die entscheiden was wir sehen (okay beinahe bis auf den Teil, den der Algorythmus übernimmt) und wie wir darauf reagieren.

 

Wir stehe ihr zum Thema Instagram? Zu oberflächlich, zu viel Werbung oder doch inspirierend?

 

 

 

4 Kommentare

  1. 11/09/2017 / 14:14

    Meine liebe Sabrina,

    endlich finde ich die Zeit dir einen Kommentar zu hinterlassen – vorweg: Schön das du wieder da bist!! <3

    Instagram ist leider schon lange keine "familiäre" Plattform mehr. Immer mehr Menschen nutzen Insta für den schnellen Ruhm. Es geht hierbei nicht um Inspirationen (geben oder holen), sondern vielmehr um Geld, gekaufte Follower und Werbung-Werbung-Werbung!
    Ich kann es ehrlich gesagt nicht mehr sehen.

    Zwar gehöre ich auch zu denjenigen, die manche Produkte bewerben, aber an dieser Stelle muss ich dazu sagen, dass ich Wert darauf lege authentisch zu bleiben.
    Wie glaubhaft ist es denn, wenn Fashionblogger XY plötzlich die neueste Bleaching-Zahncreme, den neuesten Detox-Tee, die hippste Halskette, den 1.000 China-Onlineshop für Ballkleider UND das trendigste Oktoberfest-Dirndl bewirbt? Eben – eher nicht so. 😀

    Von Unternehmensseite ist es jedoch verständlich, dass diese immer mehr Geld in Werbung auf Social Media Plattformen investieren. Kaum eine Internetseite hat in den letzten Jahren eine derartige Reichweite wie Instagram generiert.

    Und wenn wir ehrlich sind – wir lassen uns schon gerne von den neuesten Trends anfixen.
    Stichwort Gucci Gürtel. 😀

    Umso beruhigender ist es doch zu wissen, dass über Instagram auch Freundschaften im "realen Leben" entstehen können. Ich hatte das große Glück über Insta bereits eine Handvoll Menschen kennen und schätzen zu lernen, die ich im "echten" Leben jenseits der Social Media sicherlich nicht getroffen hätte.

    Instagram ist einfach immer für eine Überraschung gut. Entweder man liebt es oder man hasst es.
    Bei mir ist es mittlerweile eine Art Hassliebe. 😀

    Allerliebste Grüße,
    Deine Susa

    http://www.MISSSUZIELOVES.de

    • lifestyledbys
      11/09/2017 / 14:22

      Liebe Susa,

      schön, dass du die Zeit gefunden hast vorbei zu schauen! Du hast es sehr gut auf den Punkt gebracht, denn ich glaube wir empfinden alle eine Art Hassliebe dafür. Auch weil wir immer wieder angefixt werden bestimmt Dinge zu kaufen. Umso wichtiger ist es wahrscheinlich immer wieder auch einmal bewusst offline zu sein, um den Bezug zur Realität nicht zu verlieren. Ich finde es toll, dass die Authentizität so wichtig ist und finde, dass du man das bei deinem Account auch zu 100% merkt.

      Warten wir mal ab wohin das alles noch so führt ;)…

      LG,
      S.

  2. 06/09/2017 / 14:07

    Ich sehe das ähnlich wie du: Man muss selbst entscheiden wie und wofür man die App nutzen möchte. Accounts mit viel zu viel Werbung kann man ja einfach entflogen und Accounts die tolle Inspirationen bieten folgt man. Ich bin zwar momentan an einem Punkt wo mich der Algorithmus nur noch nervt, aber das tut er vor allem dadurch, dass ich eben nicht immer nur das sehe was ich sehen will. Selbst wenn ich explizit nach hashtags suche, habe ich leider das Gefühl nicht alles angezeigt zu bekommen.

    Liebe Grüße, Milli
    (http://www.millilovesfashion.de)

    PS: Deinen Blog habe ich übrigens auch durch Instagram entdeckt ;-))

    • lifestyledbys
      06/09/2017 / 14:28

      Erst einmal: toll, dass du auf meinen Blog gestossen bist und danke fürs vorbei schauen :).

      Ich denke auch, dass man sich den Stress größtenteils selbst macht. Der neue Algorithmus, den es scheinbar gerade gibt, nervt mich aber auch, weil ich auf einmal 3 Tage alte Bilder angezeigt bekomme. Die Stories der Accounts, die ich bisher immer geschaut habe, bekomme ich kaum noch angezeigt. Am Ende können wir es aber ohne hin nicht ändern und müssen es nehmen, wie es ist…

      LG,
      Sabrina

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