Der Kilimanjaro – auf dem Dach Afrikas

Könnt ihr euch noch an die Erlebnisberichte in der Schule erinnern? Manche Lehrer stimmen gerne mit einem Aufsatz zum Thema „dein schönstes Ferienerlebnis“ auf das neue Schuljahr ein. Früher musste ich häufig überlegen was genau ich in diesem Aufsatz schreiben möchte, denn wir haben immer viele tolle Ausflüge unternommen. Wäre ich noch in der Schule müsste ich dieses Jahr nicht lange überlegen. Mein schönstes und vor allem aufregendstes Ferienerlebnis war definitiv die Besteigung des Kilimanjaro (5895m) in Tansania. Aber auch die weitere Reise mit einer Safari und dem Badeurlaub auf Zanzibar ist erwähnenswert. Im Juli stand unser großer Sommerurlaub mit der perfekten Mischung aus Abenteuer und Entspannung an und jetzt ist es Zeit für einen Reisebericht. In diesem ersten Teil möchte ich euch mit auf unseren Weg zum Uhuru Peak, dem Gipfel des Kilimanjaro nehmen. Für alle Nicht-Wanderer gibt es in den nächsten Tagen dann weisse Sandstrände, türkisblaues Meer und jede Menge wilde Tiere im Blogpost zur Safari und Zanzibar. 

 

 

Aus Aufregung wird Angst

Wir befinden uns auf unserem letzten Flug. Auf der Anzeigetafel erscheint immer wieder das Ziel der Begierde: Mount Kilimanjaro. Bisher waren wir in Bezug auf die Besteigung vor allem aufgeregt, doch langsam kommt auch die Angst. Angst, dass uns die Höhe nicht bekommt und wir es nicht gemeinsam zum Gipfel schaffen werden. Die Symptome der Höhenkrankheit reichen von Kopfschmerzen bis hin zu Herzrasen und Halluzinationen. Kommen die Symptome schleichend oder plötzlich? Doch vielleicht macht sich die Wanderung auch nur durch Übermüdung, Blasen und Schlaflosigkeit bemerkbar. Auf dem Weg ins Springlands Hotel sehen wir ihn, den Kilimanjaro, dann das erste Mal und aus den ängstlichen Gedanken wird wieder Abenteuerlust. Nach einem ausführlichen Briefing mit unseren Guides geht es wieder ans packen und dann sind wir endlich bereit für das Abenteuer Kilimanjaro!

Kilimanjaro wir kommen!

Mit einem vollgepackten Rucksack und der großen Reisetasche, die je ein Porter für uns trägt, starten wir am Machame Gate (1640m) am Rande des Regenwalds. In den folgende 7 Tagen werden wir in Zelten schlafen und essen, uns mit warmen Wasser aus einer Schüssel abwaschen und Löcher im Boden als Toiletten nutzen. Alles, um dann auf 5895m stehen zu können. Gemeinsam mit einem Paar aus Dänemark und unserem Team machen wir uns auf den Weg. Unser Team besteht aus unglaublichen 17 Leuten. Pro Wanderer gibt es drei Träger für Reisetasche, Essen, Zelt usw. Drei Guides führen uns und versorgen uns während der Wanderung mit Informationen rund um die Natur und den Berg. Damit wir während dieser Strapazen genug Energie haben, sorgen ein Koch und ein Kellner ausgezeichnet mit üppigen Mahlzeiten, Lunchpaketen und heißem Tee für uns. Die Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Besteigung könnten nicht besser sein. 

Walk, eat, sleep – repeat

Tag für Tag, Schritt für Schritt kommen wir dem Ziel ein kleines bisschen näher. Wir wandern vom feuchten und nebligen Regenwald durch das Moorland mit unzähligen Büschen und wunderschönen Disteln weiter bis in die Wüste. In dieser Vegetationsschicht halten wir uns die meiste Zeit auf und bald schon haben wir kein einziges sauberes Kleidungsstück mehr, von unserem Körper ganz zu schweigen. Die ersten beiden Tage sind relativ entspannt und wir wandern gut gelaunt mit einigen anderen Wanderern bis auf knapp 4000m. Am dritten Tag wird es das erste Mal anstrengender, denn zur Mittagszeit passieren wir den Lava Tower auf 4600m und bemerken zum ersten Mal die Auswirkung der dünnen Luft auf unsere Leistung. Was hilft ist viel Wasser, denn dieses soll helfen unseren Körpern die Höhe erträglicher zu gestalten und so trinken wir bis zu 7 Liter täglich. 

 

Wir befinden uns oberhalb der Wolkendecke und so geraten alltägliche Probleme im Beruf oder Social Media etc. schnell in Vergessenheit. Häufig laufen wir einfach schweigend hintereinander her und jeder geniesst die Ruhe. Was ebenfalls zu unserer Entspannung beiträgt, ist die tägliche Routine. Jeder Tag verläuft nach dem Prinzip aufstehen, frühstücken, wandern, essen, wandern, Nachmittagstee, schlafen, Akklimatisierungsspaziergang, Dinner, schlafen. Die Nächte im Zelt sind angenehmer als wir erwartet haben, auch wenn es nachts stark abkühlt. Eingemummt in Mütze, Schal und dicke Jacke schlafen wir bereits kurz nach Einbruch der Dunkelheit, um neue Energie für die bevorstehende Gipfelbesteigung zu sammeln.  

 

Dem Gipfel entgegen

In der Nacht vom vierten auf den fünften Tag ist es dann endlich so weit und wir machen uns auf den Weg zum Uhuru Peak. Die meisten Gruppen haben das Camp bereits verlassen und um 0Uhr starten auch wir in Richtung Gipfel. Wir sind eingemummt in 6 Schichten, denn unsere Guides erwarten mehr als -10 Grad. In völliger Dunkelheit laufen wir gemeinsam los. Bereits kurz nach Beginn macht mir der Husten schwer zu schaffen, da mich kurz vor Reisebeginn noch eine schwere Erkältung erwischt hat. Wie lange wir schon gehen, kann ich nicht einschätzen. Wann immer ich den Berg hinauf Blicke sehe ich weit oben die vielen kleinen Lichtkegel der anderen Gruppe. Die Minuten vergehen, oder sind es doch nur Sekunden, und allmähliche merke ich: mein Körper will nicht mehr. Immer wieder schwanke ich nach rechts und links. Eine gefühlte Ewigkeit quäle ich mich und werde langsamer und langsamer. Brauche eine Pause und noch eine Pause. Der Wind ist unerwartet kalt und wir spüren unsere Finger- und Zehenspitzen kaum noch. Als sich schließlich auch noch mein Magen mit starken Krämpfen bemerkbar macht, gebe ich endgültig auf und sinke auf einen Stein. 

 

 

Wenn dich die Kräfte verlassen…

„Du bist stärker als du denkst, glaube an dich.“ , sagt unser Guide Michael und eine Schmerztablette soll die Magenkrämpfe lindern.  Noch 1,5 Stunden soll ich mich so zum Gipfel quälen. Das schaffe ich niemals. Eine weitere Gruppe überholt uns und wir beschliessen es ein letztes Mal zu versuchen. Wir heften uns an ihre Füße und während die Sonne aufgeht erreichen wir den Stella Point. Ein erster kleiner Triumph, denn ich sehe das erste Mal den Gipfel. Sehe den Weg auf dem die anderen Wanderer Freude strahlend zurück laufen. Mir kommen die Tränen und weiss: ich werde es schaffen!

Die letzten Meter ziehen sich, doch die Landschaft entschädigt uns dafür völlig. Mittlerweile ist die Luft so dünn, dass wir alle laut und schwer atmen und nur im Schneckentempo voran kommen. Beeindruckt lasse ich den Blick über den Gletscher schweifen und versuche die Eindrücke für immer festzuhalten. Nicht nur weil es bei -15 Grad zu kalt ist, gibt es von diesem Teil des Berges nur wenige Fotos. Kein Video und kein Bild der Welt kann einfangen, wie es sich anfühlt dort oben zu stehen. Nur noch wenige Schritte und dann haben wir es geschafft:

 

 

Um 7:10 Uhr ist es so weit: wir stehen völlig durchgefroren, müde, kaputt aber auch überglücklich auf dem Kilimanjaro und somit auf 5895m. 

 

 

Für immer unvergessen

Die Landschaft, die Menschen und vor allem das Gefühl über die eigenen Grenzen hinaus gewachsen zu sein, werden diesen Urlaub für immer zu etwas Besonderem machen. Dazu beigetragen haben natürlich auch aufsafari.de und Zara Tours bei denen wir die gesamte Reise gebucht haben. (keine Werbung einfach eine ehrliche Weiterempfehlung). Tansania ist ein wunderschönes Land mit beeindruckend positiven Menschen und darum haben wir nicht „Goodbye“, sondern nur „Bis bald“ gesagt und freuen uns schon auf ein Wiedersehen. 

 

 

 

4 Kommentare

  1. 18/09/2017 / 20:33

    Was für ein super schönes Eestrlebnis und eine Erfahrung fürs Leben.
    Vielen Dank das Du dieses Erlebnis mit uns geteilt hast.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche.

    Liebe Grüße, Esther

    • lifestyledbys
      19/09/2017 / 6:53

      Danke für deinen netten Kommentar und ebenfalls eine schöne Woche 🙂

    • lifestyledbys
      14/09/2017 / 16:40

      Ich kann es absolut nur empfehlen! Es war das schönste, aufregendste und beeindruckendste was ich jemals gemacht habe :).

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